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Die Filterkaffeemaschine – Traditionelle Kaffeezubereitung leicht gemacht

Die Zubereitung von Kaffee mittels Filtern ist wohl die traditionellste Art der Kaffeezubereitung in Europa. Wer jedoch denkt Filterkaffee sei out oder langweilig, der irrt sich. In den letzten Jahren erfreut sich der Filterkaffee über immer größere Beliebtheit und das vor allem in Deutschland und in den USA. Barristas haben den Filterkaffee und seine Vielseitigkeit für sich (wieder) entdeckt. Der Geschmack des Filterkaffees kann stark variieren und hängt dabei nicht nur von der Filterkaffeemaschine ab, den Bohnen, dem Mahlgrad sowie den verwendet Filter. Im Folgenden werdet ihr alle wichtigen Informationen finden, um in Zukunft Euren perfekten Filterkaffee gekonnt zubereiten zu können.


FilterkaffeemaschineDer richtige Kaffeefilter – Papier, Porzellan oder Metall?

Der Kaffeefilter ist der wichtigste Bestandteil bei der Zubereitung von Filterkaffee und damit auch ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf deiner Filterkaffeemaschine. Im Allgemeinen verhindern Kaffeefilter dass das Kaffeepulver beim Aufbrühen in deinen Kaffee gelangt.

Die Geschichte des Kaffeefilters beginnt im Jahr 1908 in Dresden, als Amalie Auguste Melitta Bentz sich das wiederholte Male über den Kaffeesatz in ihrem Kaffe ärgert. Kurzerhand greift Sie zu einer Blechdose und einem einfachen Löschpapier aus dem Schulheft ihres Sohnes und – zack – der Kaffeefilter war geboren (wer sich ausführlicher über die Entstehung des Kaffeefilters und auch die Geschichte des Familienbetriebs Melitta informieren möchte findet hier einen ausführlichen Artikel der Zeitschrift Wirtschaftswoche). Noch im gleichen Jahr ließ sich Melitta Bentz den Kaffeefilter patentieren und startete so einen Familienbetrieb, der mittlerweile weltweit etabliert ist.

Heutzutage gehört eine Filterkaffeemaschine mit permanenten oder Kaffeefiltern aus Papier zum Standard in deutschen Küchen. Bei der Frage, welcher Kaffeefilter besser geeignet ist um den perfekten Filterkaffee herzustellen, scheiden sich allerdings die Geister. Sowohl Kaffeefilter aus Papier als auch permanente Kaffeefilter haben ihre Vor- und Nachteile. Was einem sicherlich sofort durch den Kopf schießt, ist das permanente Filter sicherlich günstiger sind. Klar, diesen Filter kaufst du – im besten Fall – nur einmal und kannst ihn unendlich verwenden. Aber auch Papierfilter sind nicht besonders teuer. Markenfilter, wie die Kaffeefilter von Melitta kosten ca. zwischen 1€ und 2€ bei 40 Stück. Wer aber sparen möchte, der greift lieber zum permanenten Kaffeefilter. 

Im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit macht es heutzutage keinen großen Unterschied mehr ob ihr einen permanenten Kaffeefilter oder einen Papierfilter verwendet – zumindest, wenn Ihr auf ein paar Kleinigkeiten achtet. Kaffeefilter aus Papier sollten aus recycelten Papier bestehen und biologisch abbaubar sein. Natürlich entsteht dadurch für Euch persönlich aber auch immer mehr Müll als mit einem permanenten Kaffeefilter – die Entscheidung sollte also von Euren individuellen Ansprüchen und Vorlieben abhängen, denn wer wenig Müll hat, muss mehr putzen! Das heißt, der permanente Filter muss immer von Kaffeepulver-Resten gereinigt werden, damit ihr immer ein optimales Ergebnis erzielt.


Permanente Kaffeefilter – Vergolde deinen Kaffeegeschmack

Permanente Kaffeefilter gibt es aus Porzellan oder (Edel-)Metallen. In der Regel sind Kaffeefilter aus Porzellan nicht kompatibel mit eurer Filterkaffeemaschine. Das bedeutet, das Porzellan-Kaffeefilter eher für den manuellen Betrieb geeignet sind und direkt auf die Kaffeetasse aufgesetzt werden. In meinen Augen ist diese Methode – vergleichbar mit der Hand-Kaffeemühle – aber eher etwas für Wochenenden. Jede Tasse Kaffee neu aufzubrühen oder für eine Kanne Kaffee immer wieder neues Wasser nachzugießen benötigt einfach Zeit!  Ich persönlich mag bevorzuge daher die automatische Variante der Kaffeefiltermaschine.

Kaffeefiltermaschinen mit permanent Filter besitzen oft einen Metallfilter. Ich persönlich konnte hier noch keine Beeinflussung des Geschmackes feststellen – dennoch möchte ich Euch nicht vorenthalten, dass ich in einigen Foren schon gelesen habe, dass Leute die negative Beeinflussung des Kaffee Geschmacks bemängeln. Meiner Meinung nach muss man schon sehr geschult sein um herauszuschmecken, ob ein Metallfilter verwendet werden muss, oder der verwendete Kaffeefilter war schlicht etwas älter. Insbesondere bei neueren Kaffeefilter aus Metall sind aus Materialien, die keinen Geschmack oder Geruch abgeben.

Um den Problem der Geschmacksbeeinflussung aus dem Weg zu gehen, schwören manche Leute auf vergoldete Kaffeefilter. Diese sollen noch besser die löslichen von den festen Bestandteilen des Kaffees trennen und somit den optimalen Geschmack garantieren. Wer jetzt denkt vergoldete Kaffeefilter seien teuer, der irrt jedoch. Die Preise für Goldfilter ist dabei ungefähr gleich mit denen von Metallfiltern und sehen eventuell – oke, ist eine Geschmacksfrage, aber ich mag’s 😉 – sogar noch besser aus.


Im Falle des Falles oder „Mist, ich habe die Kaffeefilter vergessen!“

Ein Tipp am Rande: Wenn du absolut keine Kaffeefilter mehr zu Hand hast, weil du sie zum Beispiel beim Einkaufen vergessen hast, eignen sich reißfeste (!) Taschentücher oder Küchenrolle. Einfach passend Zusammenfalten und als Ersatz für deine üblichen Kaffeefilter verwenden.


Die Kaffeebohne, Menge und Mahlgrad: Entscheidend für deinen Geschmack!

Unabhängig von der Zubereitungsart spielt die Kaffeebohne natürlich immer eine große, wenn nicht sogar die größte Rolle für deinen Kaffeegeschmack (generelle Informationen über Kaffeebohnen-Sorten, deren Herkunft, Rüstung und Handel findest du übrigens hier). Neben Geschmacksrichtungen und Säuregrad entscheidet aber immer dein persönlicher Geschmack darüber, welchen Kaffee du verwendest. Ich nehme zum Beispiel am liebsten äthiopischen Moccabohnen – das ist nicht die typische Bohne für Filterkaffe, der Kaffe schmeckt aber herrlich stark und hat dabei wenig Säure. Genau das richtige für mich!

Wie habe ich das herausgefunden? Ich habe mich einfach durchprobiert. Und genau das selbe würde ich dir auch empfehlen. Wenn du gar keine Ahnung hast ist es natürlich ratsam sich von Empfehlungen leiten zu lassen (hier findest du ein paar Empfehlungen von mir für Kaffeebohnen mit unterschiedlichen Geschmack und Säuregraden). Fange am Besten mit der Sorte an, die sich für dich am leckersten anhört und dann probiere alles weitere aus. Ich wünsche Dir jetzt schon einmal viel Freude damit!

Kaffeepulver Filterkaffeemaschine

Der Mahlgrad von Kaffeepulver für Filterkaffe ist immer etwas gröber als für bspw. Espresso. Der Mahlgrad ist dabei von der Länge des Kontaktes des Kaffeepulvers mit dem Wasser, also von der Brühzeit abhängig. Kaffeepulver, das sehr kurz mit Wasser im Berührung ist sollte besonders fein gemahlen werden, damit möglichst viele Geschmacksstoffe gelöst werden können. Bei Filterkaffee ist das Kaffeepulver in der Regel ca. 1-3 min. mit dem Wasser in Kontakt. Damit keine Bitterstoffe entstehen, ist es wichtig einen mittleren Mahlgrad des Kaffeepulvers zu wählen.

Die Menge an Kaffeepulver für Euren optimalen Kaffee ist übrigens primär eine Geschmacksfrage: Hier gibt es keine Vorschriften. Man empfiehlt allerdings ca. 6-8g Kaffeepulver pro Tasse. Ich habe mich Anfangs an diese Menge gehalten und langsam ausprobiert. Für meinen Filterkaffee nehme ich immer etwas mehr Kaffeepulver damit er schön kräftig schmeckt. Aber: Probieren geht über studieren!


Koffeinjunkies aufgepasst! Der Koffeingehalt von Filterkaffe

Hartnäckig hält sich immer noch das Gerücht, dass nur ein kräftiger Espresso dich richtig wach macht. Das stimmt aber nicht so ganz. Der Koffeingehalt des Kaffees hängt nämlich insbesondere davon ab, wie lange das Kaffeepulver mit dem Wasser in Berührung ist, das heißt, wie viel Koffein aus der Bohne bzw. dem Pulver durch den Blühvorgang gelöst wurde. Wie wir bereits wissen ist die Dauer des Kontakts des Kaffeepulvers mit dem Brühwasser deutlich länger bei der Filterkaffeemaschine als bei der Espressomaschine. Dein Filterkaffee hat also deutlich mehr Koffein als ein Espresso und bekämpfst damit auch effektiv deine Morgenmüdigkeit, das Mittagsloch, das Abend-Tief, etc.

PS: Der Koffeingehalt des Filterkaffees wird nur noch vom Cold Brew übertroffen. Bei dieser Methode werden Kaffeebohnen über Nacht (oder auch länger) im kalten Wasser gelagert, die somit die maximale Menge an Koffein hergeben. Also bei der nächsten Müdigkeitsattacke besser zum Filterkaffe oder zum erfrischenden Cold Crew greifen!


Fazit: Nicht nur voll im Trend, sondern auch voll mit Koffein

Der Filterkaffee ist mein persönlicher Favorit! Durch die Menge an Kaffeepulver, den Mahlgrad und die Kaffeebohne können unheimlich viele Geschmacksvariationen erzielt werden. Das macht einfach Spaß! Zudem kann man verschiedene Filterarten ausprobieren und auch hier seinen Favoriten entdecken. Ob Papier, Metall oder vergoldet – es ist für jeden etwas dabei!

Auch für Koffeinjunkies ist der Filterkaffe mehr als geeignet. Filterkaffee ist der König in Sachen Koffeingehalt unter den herkömmlichen Brühverfahren. Übertroffen wird er nur noch vom Cold Brew, der (wie der Name schon vermuten lässt) aber nur kalt genossen wird.

Wenn ihr in Zukunft auch frischen Filterkaffee genießen wollt, findet ihr hier eine große Übersicht und einen Vergleich von verschiedenen Filterkaffeemaschinen.